Umjubelte Premiere von „Die Pfeffermühlen 2"

Wie das Jugendrotkreuz einem Tabu ein Gesicht gibt

STARNBERG / WEILHEIM-SCHONGAU  Roter Teppich, Popcorn-Duft und tiefe Emotionen auf der großen Leinwand: Am Samstag, den 11. Juli 2026, feierte das Jugendrotkreuz die lang ersehnte Premiere seines neuen Spielfilms „Die Pfeffermühlen 2“ im Breitwandkino Starnberg. Rund 140 Personen, darunter geladene Ehrengäste, stolze Familien und zahlreiche begeisterte Fans, waren gekommen, um gemeinsam mit Cast und Crew das gelungene Werk zu feiern. Der 40-minütige Film rückt ein sensibles, hochaktuelles gesellschaftliches Thema in den Fokus: Kinderarmut in Deutschland.

Auf dem roten Teppich

Bereits vor Beginn der Vorführung herrschte im Foyer des Breitwandkinos eine feierliche Atmosphäre. Das Kern- und Darstellerteam versammelte sich für Fotos auf dem roten Teppich, während sich die Besucher:innen mit Popcorn versorgten und im Saal ihre Plätze suchten. Neben einer kurzen Einführung in den Ablauf durch Laurin Aebersold (Kamera und Schnitt) skizzierte Produzent und Regisseur Daniel Illich die Entstehungsgeschichte des Mammutprojekts.

Ein eineinhalbjähriger Marathon aus purer Leidenschaft

Illich blickte sichtlich bewegt auf die intensive Produktionsphase zurück. Nach der Veröffentlichung von Teil 1 im Januar 2025 ging es für das Team ohne Atempause direkt weiter: Auf das Drehbuch und die Locationsuche im Frühjahr 2025 folgte ein kräftezehrender Dauerdreh von Sommer bis Oktober. Von Dezember bis Juni 2026 flossen zahlreiche Stunden neben allen anderen Projekten und Angeboten des Jugendrotkreuzes in die Postproduktion.

„Insgesamt stecken gut 1.600 Stunden ehrenamtliche Arbeit der Crew, des Casts und der Komparsen in den Jahren 2025 und 2026 in diesem Werk“, rechnete Illich vor. „Zum Vergleich: Das ist so, als ob eine einzelne Person 65 Tage lang – Tag und Nacht, ohne eine einzige Sekunde Schlaf – komplett durcharbeitet. Das ist pure Leidenschaft fürs Ehrenamt!“

Großes Kino ohne Profierfahrung: Dem Tabuthema ein Gesicht geben

Der anschließende Film zog das Publikum sofort in seinen Bann. Der Film schlägt deutlich tiefgründigere und gesellschaftskritischere Töne an als sein Vorgänger. Daniel Illich zog in seiner Dankesrede eine Brücke zum aktuell viralen KitschKrieg-Song „Du bist gut genuuuug“: Genau dieses Gefühl, nicht dazuzugehören und scheinbar nicht zu genügen, sei die schlimmste Facette von Kinderarmut, wenn das Geld für Schulausflüge, Hobbys oder Vereinsmitgliedschaften fehlt. Die Menschen auf der Leinwand haben diesem Thema durch ihr intensives Spiel ein starkes Gesicht gegeben. Das Besondere: Das gesamte Ensemble agierte komplett ohne professionelle Schauspielhintergründe.

Schauspielerische Königsdisziplin bei den Jugendrollen

Im Mittelpunkt standen wieder die vier Hauptdarstellerinnen – die „Pfeffermühlen“ –, die im Film genau hinschauen und hinhören. Illich hob hervor, wie sehr die vier Mädels über die letzten zwei Jahre zusammengewachsen sind: „Wenn ich jetzt auf euch vier schaue, muss ich ehrlich sein: Es war manchmal auch echt anstrengend mit euch! Warum? Weil ihr seit Teil 1 zu echten Freundinnen zusammengewachsen seid und die Schüchternheit komplett verloren habt! Ihr habt am Set gequatscht und gelacht. Dennoch war jeder einzelne Drehtag mit euch eine große Freude.“

Besonderen Mut bewiesen auch die zwei weiteren zentralen jugendlichen Darstellerinnen, die sich an die Kinderarmut herantrauten. Ein herzlicher Dank ging zudem an die drei Nebenrollen Josefine (11) (im Film als Ella), Laura (14) (als Pia) und Milena (14) (als Emma), deren Beiträge die Geschichte maßgeblich trugen.

In den persönlichen Worten würdigte der Regisseur die einzelnen schauspielerischen Leistungen der Hauptrollen:

Amelie (Rolle: Coko)

Amelie (Rolle: Coko)

15 Jahre

Als älteste der Pfeffermühlen sorgte sie in ihrer Rolle dafür, dass sich die Mädels spalten. Mit über 54 Stunden am Set leistete sie stundenmäßig einen der größten Beiträge im ganzen Film. Illich lobte ihre enorme Flexibilität, ihren Humor und wie grandios sie herausfordernde emotionale Szenen – wie die in der Küche – gemeistert hat.

Kim (Rolle Zoe)

Kim (Rolle Zoe)

13 Jahre

Sie war der absolute Chef-Spaßvogel am Set, der stets für gute Laune sorgte. Umso beeindruckender war ihre Verwandlung vor der Kamera, insbesondere bei der emotionalen und extrem überzeugenden Konfrontationsszene am See mit Yara.

Amélie (Rolle: Matilda)

Amélie (Rolle: Matilda)

12 Jahre

Im Interview am letzten Drehtag scherzte sie, dass sie mit ihrer Rolle vor allem die „Tollpatschigkeit“ gemeinsam habe, dem entgegnete der Regiesseur. Auf der Leinwand überzeugte sie in tiefen, emotionalen Momenten wie der Brunnen-Szene zu Beginn, die der Regisseur auch nach 100-mal im Schnitt als eine der schönsten Szenen des Films beschreibt.

Sophia (Rolle Lena)

Als Jüngste im Bunde lieferte sie eine tief beeindruckende Leistung ab. Ihre ohnehin starke Präsenz aus dem ersten Teil entwickelte sie in einer vielschichtigen Rolle mit zwei großen emotionalen Schlüsselszenen extrem überzeugend weiter.

Alissa (Rolle: Rosa)

Bekannt aus Teil 1, zeigte sie eine enorme charakterliche Entwicklung auf der Leinwand. Ihre anfänglich harte, undurchsichtige Fassade brach im Film auf und machte das ehrliche, verletzliche Mädchen dahinter sichtbar – eine Entwicklung, die Alissa sowohl schauspielerisch als auch als Persönlichkeit mit viel Feingefühl meisterte.

Paula (Rolle: Yara)

Sie überzeugte bereits im Casting restlos. Ihre Rolle war sehr leise und zurückhaltend angelegt – schauspielerisch die absolute Königsdisziplin, da sie fast ausschließlich über intensive Mimik agieren musste. Das Publikum spürte die ganze Zeit, dass Yara etwas verbirgt, bis sich das Geheimnis am Ende lüftete. Illich betonte stolz: „Ich wüsste niemanden, der diese anspruchsvolle Rolle besser hätte spielen können als du.“

Ein unschlagbares Team im Hintergrund

Ein solches Großprojekt lässt sich jedoch nur im Team stemmen. Kamera- und Schnittverantwortlicher Laurin Aebersold bedankte sich bei dem Kernteam im Hintergrund: Daniel Illich, Christian Brehme, Fiora Brehme, Max Beyer und Fabian Heilbock. Daniel Illich gab das Lob umgehend an Laurin zurück.

Christian dankte dem engagierten Ergänzungsteam, das an allen Ecken unterstützte: Johannes und Tobias an den Kameras, der liebevollen Kinderbetreuung (Luisa, Nicoletta, Robert, Amelie), Familie Illich für die Unterstützung bei der Drehortsuche, Arian als Set-Runner, Nico für die Behind-the-Scenes-Kamera am Schultag sowie Anna für das eintägige Catering.

Fiora bedankte sich abschließend bei allen Darsteller:innenn der Kleinstrollen und den zahlreichen Kompars:innen, die den Szenen die nötige visuelle Realität einhauchten.

Begeisterung bei den Ehrengästen und Oscar-Vorschlag

„Do it!“ – Die beste Plattform für eigene Ideen

Vor dem abschließenden, fünfminütigen „Behind the Scenes“-Video richtete Daniel Illich ein motivierendes Plädoyer an die Jugendlichen im Saal:

Das Jugendrotkreuz ist so viel mehr als nur Pflaster kleben. Es ist ein Ort, an dem ihr einfach eure Träume und Ideen im Kleinen wie im Großen umsetzen könnt. Do it! Ihr habt seitens der Kreisleitung die vollste Unterstützung für eure Projekte.

Autogrammstunde

Anschließend strömte das Publikum nach draußen: Am Autogrammtisch der Hauptdarstellerinnen bildete sich augenblicklich eine große Menschentraube. Jede und jeder wollte ein Autogramm ergattern, Fotos machen oder persönliche Glückwünsche aussprechen.

Es war eine rundum wunderschöne, emotionale Premiere, die diesem ambitionierten Filmprojekt in jeder Hinsicht würdig war.

Stimmen aus dem Publikum

Der Film war wirklich super! Ich finde, man merkt, dass ihr Euch nochmal toll weiterentwickelt habt. Der erste Teil war ja schon wahnsinnig toll. Aber dieser hier war noch eine Ecke toller.

Mutter

Ich wollte auch nochmal sagen, wie krass cool, beeindruckenden und berührend ich den Film gestern fand. Wirklich eine mega coole Idee und eine Spitzenmäßig gute Umsetzung. Ich fand auch, ihr habt den Tag gestern total nett gestaltet, Danke!!!

Premierenbesucherin

Ich wollte euch ein dickes Lob aussprechen! Wirklich von vorne bis hinten einfach nur Bombe! Krass, was ihr da auf die Beine gestellt habt! Richtig, richtig cool! Vielen Dank, dass ich ein kleiner Teil vom großen Ganzen sein durfte!

Ergänzungsteam

Tolles Projekt und echt Respekt, was ihr da geleistet und gemacht habt

Vater