„Vielleicht sollten wir häufiger fragen, wie es einem geht.“
Genau diesen Satz sagt Matilda im Film „Die Pfeffermühlen 2“ – und er bringt es auf den Punkt.
Der Film zeigt eine Realität, die viele von uns kennen oder im Alltag beobachten: Wie schwer es sein kann, über Geldsorgen zu sprechen, und wie lange man manchmal versucht, Probleme alleine durchzustehen – genau wie die Geschwister Rosa und Yara. Doch du musst diese Last nicht alleine tragen. Egal, ob dir der Alltag gerade über den Kopf wächst, du selbst Unterstützung brauchst oder dir Sorgen um jemanden aus deinem Umfeld machst: Es gibt immer Menschen, die dir zuhören.
1. Hilfe direkt vor Ort: Echte Menschen, die für dich da sind
Die Einrichtungen und Angebote in deiner Nähe sind weit mehr als nur Orte für die Freizeitgestaltung. Hier arbeiten Menschen, die ein offenes Ohr für dich haben, wenn es zu Hause kracht, das Geld knapp ist oder dich andere Sorgen erdrücken. Sie bewerten dich nicht, sondern überlegen gemeinsam mit dir ganz diskret, wie es weitergehen kann:
- Deine Schulsozialarbeit: Direkt an deiner Schule. Sie sind eine der besten ersten Anlaufstellen im Alltag. Hier kannst du einfach in der Pause oder nach dem Unterricht vorbeigehen – egal, wie groß oder klein dein Problem ist. Sie unterliegen der Schweigepflicht.
- Jugendzentren & Jugendtreffs: Hier kannst du nicht nur chillen, Freunde treffen oder Hobbys nachgehen. Die Betreuer:innen vor Ort haben immer Zeit für ein Gespräch. Wenn du Redebedarf hast, kannst du sie jederzeit beiseite nehmen und dich ihnen anvertrauen.
- Deine Jugendleiter:innen im Verein (z. B. im Jugendrotkreuz): Auch deine Gruppenleiter:innen können tolle Ansprechpartner:innen für dich sein. Du kennst sie gut, siehst sie jede Woche und sie sind jederzeit gerne bereit, dich zu unterstützen oder dir einfach mal zuzuhören. Außerdem kennen sie viele Unterstützungsangebote, wenn das Geld knapp ist. Wusstest du zum Beispiel, dass wir bei uns im Jugendrotkreuz WM-SOG extra Gelder genau dafür haben? Damit können Kinder und Jugendliche ganz unkompliziert und ohne bürokratischen Stress an unseren Freizeiten teilnehmen.
- Genauso kannst du dich jederzeit an eine Lehrkraft deines Vertrauens, an Verwandte oder an die Eltern von guten Freunden wenden.
2. Du brauchst sofort, kostenlos und anonym Unterstützung?
Wenn du erst einmal mit niemandem aus deinem direkten Umfeld sprechen möchtest, gibt es offizielle Angebote, die du völlig anonym nutzen kannst. Niemand erfährt davon (auch deine Eltern nicht) und es kostet keinen Cent:
- Nummer gegen Kummer: Ruf einfach kostenlos an unter 116 111 (Montag bis Samstag, 14–20 Uhr). Das Gespräch taucht nicht auf der Telefonrechnung auf und ist absolut vertraulich.
- Online-Beratung: Wenn du lieber schreibst statt zu telefonieren, findest du rund um die Uhr eine sichere, verschlüsselte Beratung per Chat oder Mail unter www.jugendnotmail.de.
3. Du machst dir Sorgen um eine Freundin oder einen Freund?
Manchmal merkt man im Freundeskreis als Erstes, wenn sich jemand zurückzieht, bei Ausflügen plötzlich nicht mehr mitmachen möchte oder bedrückt wirkt – genau so, wie es bei Rosa und Yara im Film herausgekommen ist. Werde aktiv und schau nicht weg:
- Frag ehrlich nach: Such ein ruhiges Gespräch unter vier Augen. Erinnere dich an Matildas Worte und frag einfach: „Wie geht es dir eigentlich gerade? Ich mache mir ein bisschen Sorgen und bin für dich da.“
- Kein Druck: Zwing niemanden, sofort alles zu erzählen. Allein das Wissen, dass du da bist und zuhörst, bricht oft schon das Eis.
- Gemeinsam den ersten Schritt gehen: Du musst das Problem nicht für deine Freunde lösen. Biete aber an, sie zu begleiten – zum Beispiel gemeinsam zu den Vereinsleiter:innen oder zur Schulsozialarbeit zu gehen.
„Es gibt mehr Hilfe, als man denkt – und es muss keinem peinlich sein!“ Lasst uns genauer hinsehen, öfter nachfragen und füreinander da sein.