04.10.2026

Gemeinsam zum Bundessieg

Nachwuchsretter:innen „Die VIP´s“ aus Weilheim und Peißenberg sind Bundessieger!

Das gemischte Jugendrotkreuz-Team aus Weilheim und Peißenberg setzt sich spontan gegen die bundesweite Konkurrenz durch und holt Historisches.

Bannewitz / Dresden / Landkreis Weilheim-Schongau | Es ist ein historischer Triumph für das Jugendrotkreuz (JRK) aus dem Landkreis Weilheim-Schongau: Beim bundesoffenen Wettbewerb der Stufe II (Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren) im sächsischen Bannewitz nahe Dresden sicherte sich die Mannschaft „Die VIPs“ sensationell den 1. Platz. Dieser Sieg ist ein Erfolg von Seltenheitswert für den Kreisverband: Allein die Qualifikation und Teilnahme an einem Bundeswettbewerb ist ein riesiges Highlight – wie zuletzt 2016 in Bühl (Stufe II) oder 2018 mit einem hervorragenden 3. Platz auf der Bundesebene (Stufe III). Dass sich das Team nun ganz oben auf dem Treppchen gegen die Konkurrenz aus dem gesamten Bundesgebiet durchsetzen konnte, macht diesen Erfolg zu einer echten Sensation.

Spontane Chance nach Absage des offiziellen Bundeswettbewerbs

Eigentlich hätte es diesen Wettbewerb auf Bundesebene dieses Jahr gar nicht gegeben: Da sich bundesweit kein Ausrichter für den offiziellen JRK-Bundeswettbewerb der Stufe II finden ließ, fiel dieser ersatzlos aus. Regulär hätte sich ohnehin nur der jeweilige Landessieger qualifiziert – bei den bayerischen Landeswettbewerben im Sommer hatten „Die VIP´s“ den bayerischen Titel knapp um nur fünf Punkte verfehlt und landeten hinter der Vertretung aus Regensburg auf Platz 2.

Erst im September – knapp drei Wochen vor dem Termin – erfuhr das Team von einer spontanen Initiative aus Sachsen: Der DRK-Kreisverband Freital e. V. sprang kurzfristig ein und organisierte in der Gemeinde Bannewitz eigenständig einen bundesoffenen Ersatzwettbewerb. Die acht Jugendlichen, sechs aus Weilheim und zwei aus Peißenberg, nutzten gemeinsam mit Gruppenleiter Daniel Illich die Gelegenheit und meldeten sich kurzentschlossen an. Auch die bayerische Siegergruppe aus Regensburg war vor Ort, was dem Wettbewerb ein hochkarätiges Teilnehmerfeld bescherte.

Lange Anreise und beste Stimmung auf dem Parcours

Die Reise begann direkt nach Schulschluss am Freitagnachmittag mit einer gut sechseinhalbstündigen Autofahrt. Gegen 22 Uhr im sächsischen Bannewitz angekommen, bezogen die Nachwuchsretter:innen ihr Klassenzimmer, stärkten sich kurz und stimmten sich bei ein paar Runden „Werwolf“ auf das Wochenende ein, bevor es am Samstag früh auf den Parcours ging.

Der Wettbewerb hielt vielseitige und neue Herausforderungen bereit, da die Aufgabenformate teils deutlich von den gewohnten bayerischen Wettbewerben abwichen. Neben einer großen Gruppenaufgabe in Erster Hilfe, bei der mehrere Patient:innen gleichzeitig versorgt werden mussten, standen erstmals Einzelfallbeispiele auf dem Programm: Per Losentscheid absolvierten sechs der acht Jugendlichen jeweils ganz auf sich allein gestellt eine Notfallsituation – vom Absetzen des Notrufs bis hin zur Versorgung von Platzwunden, Bewusstlosigkeit oder Fremdkörpern im Auge. Eine besondere Herausforderung war hierbei die Versorgung einer Patientin ohne Deutschkenntnisse, die mit Händen, Füßen und viel Einfühlungsvermögen bravourös gemeistert wurde.

Neben der Praxis glänzte das Team in der Fachtheorie: Zu einem komplexen Krankheitsbild (Schädel-Hirn-Trauma) erarbeiteten sie das Konzept für eine Gruppenstunde und präsentierten dieses der Jury. Weitere Stationen umfassten Rotkreuz-Geschichte, das humanitäre Völkerrecht, die ehemalige bundesweite Kampagne „Was geht mit Menschlichkeit?“ sowie soziale Gemeinschaftsaufgaben, die zusammen mit einer fremden Gruppe gelöst werden musste.

Mit Musik, Motivation und ohne Druck zum Titel

Auf den Fußwegen zwischen den Stationen sorgte die Gruppe mit einer Musikbox und bester Laune für Stimmung auf dem gesamten Parcours der durch Bannewitz führte. Ohne Druck und mit purem Spaß an der Sache starteten die Jugendlichen durch. Mit einer Platzierung im Mittelfeld hätte die Mannschaft bereits zufrieden nach Hause reisen können – umso überwältigender war die Überraschung bei der Siegerehrung: Als „Die VIP´s“ ganz zum Schluss als Erstplatzierte verkündet wurden, gab es kein Halten mehr. Bei den Jugendlichen und der Gruppenleitung flossen Freudentränen der Rührung.

Stimmen zum sensationellen Erfolg

„Als ich von dem Wettbewerb gelesen habe, dachte ich mir: Lass hinfahren mit JRKler:innen, die einfach Bock auf ein weiteres cooles Wochenende haben. Wir sind dahin, um Spaß zu haben – es gab ja nichts zu verlieren. Dass wir 'Deutscher Meister' werden, damit hat wirklich keiner gerechnet […] Ich bin wirklich stolz auf die Gruppe“, so Daniel Illich, Gruppenleiter und Leiter der Jugendarbeit im BRK Kreisverband Weilheim-Schongau.

Christian Brehme, stellvertretender Leiter der Jugendarbeit im BRK Kreisverband Weilheim-Schongau, gratulierte begeistert: „Bayern würdig vertreten! Herzlichen Glückwunsch! Ihr könnt mega stolz auf euch sein, ihr seid eine krasse Truppe!“

Jenni Hanzlik, örtliche Leiterin des JRK Weilheim, schloss sich den Glückwünschen an: „Herzlichen Glückwunsch! Ich bin stolz auf Euch!“

Auch Steffi Fuß, Vorsitzende des JRK Bezirksverbands Oberbayern, lobte die Leistung: „Wow! Herzlichen Glückwunsch! Das habt ihr euch mehr als verdient!“

Sabrina Preßler von der stellvertretenden JRK-Landesleitung Bayern gratulierte per Sprachnachricht herzlich zum Sieg und zur tollen Leistung. Zahlreiche weitere Glückwünsche erreichten das Siegerteam per Nachricht von Eltern, Gruppenleitungen und Jugendlichen aus dem gesamten Kreisverband und darüber hinaus.

Vor der Heimreise gönnte sich das Siegerteam am Sonntag noch eine kleine Sightseeing-Tour mit wohlverdientem Eis in der Dresdner Altstadt, bevor die Mannschaft erschöpft, aber stolz und überglücklich die Rückreise nach Oberbayern antrat.

Die Platzierungen in der Übersicht:

1. Platz – Bayern - Die VIP’s
2. Platz – Sachsen - JRK Dippoldiswalde
3. Platz – Rheinland-Pfalz - Die Lebensretter
4. Platz – Bayern – Alphagrashüpfer
5. Platz – Sachsen – JRK Freital JG 23
6. Platz – Schleswig-Holstein – Okti-Gang
7. Platz – Brandenburg – Rettosaurus
8. Platz – Berlin – Die Ovengers
9. Platz – Thüringen – JRK Weimar
10. Platz – Westfalen-Lippe – The Rookies
11. Platz – Mecklenburg-Vorpommern – JRK Greifswald
12. Platz – Hessen – Niedermittlau
13. Platz – Hessen – JRK Riedstadt-Stockstadt
14. Platz – Sachsen – JRK Gruppe Wawa OG Freital
15. Platz – Saarland – JRK Reisbach
16. Platz – Schleswig-Holstein – SSD Wedel

Hinweis: Text wurde KI unterstützt erstellt.